Die österreichische FH-Studentin Brigitte Dietachmair hat 2009 eine Studie über die Trends in SEO und Link Building im deutschsprachigen Raum durchgeführt. Die Studie fand einige interessante Erkenntnisse: die Wichtigkeit des natürlichen Linkaufbaus, die nachwievor umständliche Suche nach Backlinks und die Frage, inwieweit Keyword-Seiten ethisch vertretbar sind.
Zum Linkbuilding bzw. zu SEO generell bin ich durch mein Berufspraktikum gekommen. Ich studierte den Bachelorstudiengang e-Business und verbrachte mein letztes Semester bei einem Unternehmen in Irland, das vorrangig auf SEO und Linkbuilding für die eigenen Seiten spezialisiert ist. Bis auf eine Vorlesung zum Thema Online-Marketing hatte ich davor von SEO wenig Ahnung, zugegeben – es verschlug mich auch aufgrund meiner Reiseaffinität nach Irland.
108 Teilnehmer an SEO Befragung 2009
Aber… ich habe mich schnell in das Thema SEO reinversetzt und neben Literaturrecherche für meine Bachelorarbeit natürlich auch gängige Blogs verfolgt, unter anderem den von Sistrix, SEOmoz, Cemper und natürlich Matt Cutts
Meine Studie entstand dann aufgrund meines Berufspraktikums und meiner Bachelorarbeit, ich wollte von SEOs selbst wissen, wie diese an das Thema Linkbuilding herangehen. Der Link zur Befragung wurde auf diversen SEO- und Online-Marketing-Blogs, im Abakus-Forum und via Twitter veröffentlicht. Ich freute mich sehr, dass 108 Teilnehmer den Fragebogen vollständig ausgefüllt haben – ein Großteil der Befragten ist hauptberuflich im Bereich SEO tätig und beschäftigt sich mit Linkbuilding für mehrere Branchen.
91 % der Befragten betreiben aktives Linkbuilding, was die essentielle Wichtigkeit von Backlinks wieder unterstreicht. Es hat mich aber überrascht, dass die Hälfte jener, die angegeben haben, kein aktives Linkbuilding zu betreiben, hauptberufliche SEOs sind. Über deren alternative Strategie kann ich keine Schlüsse ziehen – mein erster Tipp wäre aber: guter und aktueller Content, der ja bekanntlich Links nur so anziehen soll.
Zum Thema Startseiten vs. Unterseiten Backlinks kann gesagt werden, dass alle Linkbuilder (bis auf eine/r von 97 Befragten) auch Unterseiten verlinken. Das zeigt wieder, dass der natürliche Linkaufbau ernst genommen wird.
Die traurige Wahrheit in der SEO-Branche ist, dass die Hälfte der Befragten angegeben hat, zumindest manchmal oder oft auf regelmäßig bezahlte Backlinks zurückzugreifen. Am häufigsten werden Links von Satellitenseiten als Gegenleistung für einen Backlink angeboten.
Was mich etwas schockiert hat – 83% verwenden den „Link:“ Befehl bei Google, um nach Backlinks zu suchen. Es dürfte ja hinlänglich bekannt sein, dass dort nicht alle Backlinks gelistet werden und außerdem der Operator nicht mit anderen verknüpft werden kann (z.B. zum Ausschließen der Website, für die gesucht wird). Warum trotzdem so viele den Befehl „Link:“ bei Google verwenden, kann ich nicht nachvollziehen. Yahoo! liefert viel umfangreichere Ergebnisse, das gleiche bei diversen kostenlosen Backlinktools. Da kann nicht mal „aus Bequemlichkeit“ ein hinreichender Grund sein.
Überraschend war auch, dass die befragten SEOs Mozilla Firefox sehr (!) gerne als Browser verwenden. Nur 4% verwenden Opera und 96% Firefox – kein einziger IE! Das liegt wahrscheinlich daran, dass die meisten SEO-Browser-Plugins verwenden, die es hauptsächlich für Firefox gibt. Dass Sistrix vorrangig als kostenpflichtiges SEO-Tool verwendet wird, kann daran liegen, dass die Befragten hauptsächlich aus dem deutschsprachigen Raum stammen, vor allem aus Deutschland und Österreich.
Und… der PageRank verliert tatsächlich an Gewicht. Viel wichtiger sind das themenrelevante Umfeld, in dem sich der Link befindet und der (natürlich variierende) Anchortext mit Keywords. Aber dieser Trend deckt sich auch mit diversen anderen Befragungen (zb. von SEOmoz).
Ob ich eigene Seiten betreibe…? Ich spielte natürlich mit dem Gedanken. Ich will aber eher in eine andere Richtung gehen und entschied mich dagegen. SEO bedeutet viel Aufwand und Zeit und die möchte ich momentan anderweitig nutzen. Aber es ist wichtig mal Erfahrungen zum Thema gesammelt zu haben. Sollte ich später für ein Unternehmen mit SEO-Agenturen zu tun haben, werde ich nicht Tausende Euro für die Diagnose „Sie haben zu wenig Backlinks“ ausgeben.
Was ich persönlich noch anbringen will, und sich an alle SEOs und SEO-Agenturen richtet: Seid ethisch und fair. Betreibt keine Seiten, die ihr nicht pflegen könnt und den Google-Sucher nur verwirren. Und vielleicht gilt in der SEO-Branche: „Nicht der Kunde ist König, sondern das gute Gewissen!“ Vielleicht verdient es auch nicht jeder Klient vertreten zu werden. Ich denke da konkret an inhaltsleere Synonym- und Fremdwörter Websites, die mir in letzter Zeit ständig an Top-Positionen über den Weg laufen – aber solche Websites gibt’s immer wieder. Geld ist zwar schön, aber mit einem ruhigen Gewissen schläft sich’s besser!
Dieser Artikel ist eine Zusammenfassung der Studie “SEO Befragung 2009″, durchgeführt von Brigitte Dietachmair, Studentin an der Fachhochschule Steyr (Oberösterreich), Studiengang E-Business.




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Daniel Wolf
Oktober 21, 2009 at 11:53 amInteressante Facts – wenn auch vieles nicht wirklich neu ist, oder?
Jedoch wirklich interessant finde ich die Zahl – 83% verwenden den Befehl “Link” …
Auch schön zu lesen sind die Facts des Pageranks! ENDLICH – vielleicht findet die geringe Gewichtung des Pagerank eendlich Platz in den Köpfen der vielen Webmaster, SEOs usw.
Gibt noch nen Blog-Link die Tage. Sehr schön aufgestellt!
Gruß
Daniel
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Markus Wolff
November 21, 2009 at 10:38 amVielen Dank für die Möglichkeit, die gesamte Studie zu lesen!
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